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Magie

Die heute praktizierte Magie folgt nach Merlins Kategorisierung der Farbenlehre (Farbmagie), die alsbald die komplexe Elementtheorie (Elementarmagie) mit dem Verschwinden der letzten Großdrachen als vorherrschendes Erklärungsmodell endgültig abgelöst hat.

Struktur

Magie ist eine spezielle Energie, die – vereinfacht ausgedrückt – dort entsteht, wo sich die Möglichkeit an der Wirklichkeit reibt. Die dabei entstandene Energie lagert sich in der Welt ab, gebunden in den Elementen, die auch die Qualität der Energie beeinflussen.

Je wahrscheinlicher ein Ergebnis auch ohne Beeinflussung dieser Energie eintreten würde, desto einfacher ist auch der Zauber, der das Ergebnis erzwingt. Um Magie nützen zu können, muss sich der Anwender daher bewusst oder unbewusst sehr genau zwischen diesen beiden Polen verorten können. Dies fällt Menschen, die von Natur aus dazu neigen, sich an Extremen auszurichten, schwer.

Unabhängig von ihrer Anwendung gibt es zwei Grundformen der Magie, die nach ihrer Wirkung eingestuft werden: konstruktiv genutzte Energie (weiße Magie) und destruktiv genutzte Energie (schwarze Magie). Anders als von vielen Laien behauptet, ist dies zunächst wertneutral, denn Veränderung führt immer auch zu Zerstörung, ebenso wie Erhalt nicht notwendig nur positiv sein muss. Erst mit der Entdeckung einer weiteren Wirkungsform, ambivalent genutzter Energie (grauer Magie), wurde diese für Menschen nutzbar. Obwohl Elfen auch mit dem Elementarsystem der Drachen gut zurechtkamen, haben sie im Wesentlichen die Farbenlehre übernommen, die gut zur bipolaren Struktur der Elfengesellschaft mit den beiden Höfen (Sommerhof und Winterhof) passt.

Magie-Modelle

Das komplexe Phänomen Magie wird heute anhand von drei Modellen erklärt:

Elementtheorie
Die Elementtheorie ist das älteste bekannte Modell, das auf die Herkunft der bei einem Zauber eingesetzten Magie verweist und die Regeln für ihre Nutzung an deren Eigenschaften festmacht („Originale Magie„)

Farbenlehre
Die Farbenlehre stellt auf die mit der Nutzung bezweckte Wirkung der eingesetzten Magie (gleich welchen Ursprungs) ab und damit auf deren unmittelbare Wirkung auf ihre Wirklichkeit („Finalfokussierte Magie„)

Emotionsschule
Die in Reinform nur selten angewandte Emotionsschule ergänzt die beiden vorstehenden Modelle um den Aspekt, was und wie der Zauberwirkende bei der Anwendung fühlt oder fühlen will. Dieser „introvertierte Ansatz“ wird vor allem von Schamanen und Geistern betont.

Die Grafik stammt aus dem Lehrmaterial des Arkanen Instituts des Ordo Incantatoris, Regensburg (mit freundlicher Genehmigung).

Grafische Darstellung der schattenweltlichen Magie-Modelle

Geschichte

Vor der Farbmagie herrschten die Drachen mit ihrer Elementmagie. Diese Technik können Menschen nicht und Elfen nur schwer beherrschen, weshalb lange Zeit Magie für Menschen keinen Nutzen hatte.

Dies änderte sich erst mit Merlin, der im frühen Mittelalter (4./5. Jahrhundert nach Christi) lebte. Mit der Einführung seiner Farbenlehre kam es zu einer grundlegenden Verschiebung der Machtverhältnisse, die zum Aufstieg der Menschen als beherrschende Spezies führte. Für den von ihm vorgenommen Eingriff in das Magiegefüge der Welt zahlt Merlin einen hohen Preis. Seither reist er dafür (Preis der Gabe) in der Zeit rückwärts, aber seine Erben vorwärts („Grauzeit-Paradoxon„). Wenn sie sich nicht treffen, wird es keine graue Magie gegeben haben. Dies hat zur flgen, dass den verbleibenden beiden Extremen die Weltgeschichte neu geschrieben würde, was verheerend wäre. 

Arkaner Tidenhub

Der finalfokussierte Ansatz, über den der Menschheit die Nutzung der Magie gelang, basiert auf der Entdeckung des arkanen Tidenhubs. Dieser besagt, dass sich die beiden Urmagieformen in einer steten gegenläufigen Wellenbewegung selbst ausgleichen. Vereinfacht ausgedrückt, schwappt das magische Feld in einer trägen Bewegung stetig von den beiden extremen Position (schwarz/weiß) hin und her. Einer Phase vorherrschender weißer Magie folgt graue Magie und ihr schwarze Magie und anschließend wieder graue und danach weiße …

Dabei ist eine signifikante Gleichmäßigkeit auffällig, nämlich der 7-er Schritt. 7 Jahren schwarzbeherrschter Descendenz folgt eine 49 Jahre (7×7) währende Grauphase, nach der eine 7 Jahre währende weißbeherrschte Ascendenz kommt. Merlin erkannte die Bedeutung der überproportional ausgeprägten Grauphasen als notwendige Konsolidierung der aus Descendenz und Ascendenz kommenden Impulse. Vgl. hierzu die Tiedenhub-Tafel.

Aktuelle Situation

Aktuell ist der arkane Tidenhub empfindlich gestört, weil der 7-er Schritt erstmals, seit es hierzu Aufzeichnungen gibt, massiv durchbrochen wurde. Die letzte Ascendenz währte nicht 7, sondern 49 Jahre. Dies führte zu einem überproportionalen Erstarken der Menschheit, was andere Spezies (z.B. Elfen, Vampire) zunehmend als Bedrohung empfinden. Als es um 2020 endlich zu einer rückläufigen Bewegung kam, erfolgte diese statt in einem geordneten Wechsel in einem Sprung. Dies heißt, dass unter Auslassung der Grauphase, der Wechsel direkt in die Descendenz erfolgte. Die Folge ist ein gegenwärtig auch in der Normwelt zu bemerkendes massives Erstarken schwarzmagischer Kräfte.

Es ist in der arkanen Lehre sehr umstritten, wie mit dieser Superdescendenz umzugehen ist. Eine Ansicht erwartet, dass das Gleichgewicht nun eine 49 Jahre währende Descendenz erfordert. Eine andere hält eine reguläre Ablösung nach 7 Jahren durch eine Grauphase für stabiler. Ebenso ist ungeklärt, ob und ggf. mit welchen Folgen dieser Tidenhub zu beeinflussen ist. Dies hindert verschiedenste Organisationen und Strömungen nicht daran, gleichwohl nach entsprechenden Möglichkeiten zu suchen.

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